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Politbarometer mit Höhen und Tiefen im September 2009

Gesetzliche und vertragliche Rahmenbedingungen und der zunehmende Konkurrenzdruck nagen offenbar an der Berufszufriedenheit der Hamburger Zahnärzte. Nur knapp jeder zweite gab bei der letzten Befragung des Politbarometers an, diesen Beruf wieder ergreifen zu wollen. Jeder siebte Befragte würde zu einem anderen medizinischen Beruf tendieren. 15 Prozent würden mit der heutigen Erfahrung einen völlig anderen Beruf wählen. 20 Prozent der Zahnärzte wissen nicht, wie sie sich entscheiden sollen.
Im Politbarometer wurden die Zahnärzte nach ihren damaligen Gründen für das Studium der Zahnmedizin gefragt. Danach ist das naturwissenschaftliche Interesse der befragten Zahnärzte sehr hoch. Fast die Hälfte fühlt sich außerdem zu diesem Beruf „berufen“. Ein Drittel führt eine Familientradition fort. Etwa einem Viertel erschienen seinerzeit die Verdienstmöglichkeiten gut. Das soziale Ansehen spielte nur für ein Viertel eine Rolle.

Berufliche Zufriedenheit wird vielfach aus dem wirtschaftlichen Erfolg gezogen. Also fragte das Politbarometer nach der Einschätzung der heutigen Einkommenssituation der Zahnärzte. Danach sind fast 60 Prozent der Befragten mit dem Einkommen noch zufrieden – ein Viertel ist sogar sehr zufrieden. Allerdings leiden auch 17 Prozent unter der schlechten Einkommenssituation.

Die Zufriedenheit mit dem Beruf wurde vom Politbarometer dann noch einmal pauschal abgefragt. Danach ist mehr als ein Drittel mit dem Beruf des Zahnarztes voll und ganz zufrieden. Für 56 Prozent halten sich „Gutes und Schlechtes die Waage“. Nur sieben Prozent sind „sehr unzufrieden“ mit ihrem Beruf.

Bürokratische Reglementierungen sind in den letzten Jahren offenbar immer belastender geworden. So fragte das Politbarometer nach dem Einfluss bürokratischer Vorgänge wie Dokumentation, Organisation und Verwaltung auf die ärztliche Tätigkeit. Einig sind sich die Befragten, dass Bürokratie teilweise unnötig ist. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht ihre eigentliche ärztliche Tätigkeit dadurch zu kurz gekommen. Und drei Viertel der Befragten gehen mit Ärger im Bauch an diese Arbeiten.

Der Beruf eines Zahnarztes ist unter 40 Stunden nicht zu schaffen. Die eigene Praxis erfordert mehr Zeit. Das Politbarometer fragte konkret nach. Danach arbeiten die selbstständig tätigen Zahnärzte alle mehr als 40 Stunden. 20 Prozent arbeiten 50 und mehr Stunden. Ein Viertel beurteilt diese Arbeitszeit als „sehr belastend“, während die Hälfte dies als „gerade noch erträglich“ und ein weiteres Viertel als „völlig in Ordnung“ einstuft. Die Folge: Ein Drittel der Befragten meint, viel zu wenig Zeit für Familie und private Interessen zu haben. Die Hälfte hätte zwar gerne mehr Zeit dafür, findet es aber so, wie es ist, in Ordnung.

Die Fragebogen des Politbarometers wurden vor der Bundestagswahl ausgefüllt. Eine Frage zu den Wünschen an die neue Regierung durfte daher nicht fehlen. Diese Frage wurde bereits in zwei früheren Befragungen gestellt. Das vorweg: Die Wünsche der Hamburger Zahnärzte an die künftige Gesundheitspolitik, die an diesem Politbarometer teilnahmen, haben sich nur marginal geändert.

Mehr Staat im Gesundheitswesen halten nach wie vor nur Einzelne für förderlich. Plädierten 2005 noch drei Zahnärzte für diese Richtung, stimmte 2006 keiner dieser Meinung zu, und bei der aktuellen Befragung war es einer. Weitgehende Einigkeit herrschte weiterhin, wenn es um den Vorschlag geht, dass die Krankenkassen nur noch Basisleistungen abdecken und der Rest der Behandlungskosten privat bezahlt werden muss. Mit 67 Prozent lag dieser Wert 2005 und heute exakt gleich. 2006 fiel er mit 74 Prozent etwas höher aus. Einig sind sich die Befragten auch hinsichtlich der Beibehaltung des gegliederten Krankenkassensystems mit gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Rund 80 Prozent der Befragten sprachen sich bei allen drei Politbarometern für dieses Modell aus. Der Radikalmeinung „Zahnmedizin komplett raus aus dem Leistungskatalog“ stimmt nur eine (radikale) Minderheit von zwei Befragten zu. Bei den beiden früheren Befragungen waren es noch doppelt so viele. Die Gruppe der Zahnärzte, die für die Herauslösung des Zahnersatzes aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen votieren, ist mit rund einem Viertel genauso groß.

Wie immer in einem Politbarometer wurden die Teilnehmer am Ende nach einer Gesamtbewertung ihrer derzeitigen Stimmung gefragt. Diese Schulnote war im September zwar schlechter als im Februar 2009, wo es die bisher besten Noten gab, sie liegt aber mit 2,83 im guten Mittelfeld.

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Berufsentscheidung

47 Prozent der Befragten würden diesen Beruf wieder ergreifen.

13 Prozent würden einen anderen medizinischen Beruf ergreifen.

15 Prozent würden einen völlig anderen Beruf ergreifen und

20 Prozent waren unentschieden.

Berufliche Zufriedenheit

37 Prozent der Befragten sind "voll und ganz" mit dem Beruf zufrieden.

56 Prozent sagen "Gutes und Schlechtes halten sich die Waage".

7 Prozent sind sehr unzufrieden mit ihrem Beruf.

Beurteilung der Arbeitsbelastung

Als „gerade noch erträglich“ bezeichnen 48 Prozent der Befragten ihre Arbeitsbelastung als Zahnarzt.

24 Prozent bezeichnen die Arbeitsbelastung als "sehr belastend" und

26 Prozent halten die Arbeitsbelastung als "völlig in Ordnung".

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