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Seriöse Telefon-Aktion bei NDR-Info

Am Donnerstag, 24.9., saßen drei Zahnärzte aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg unter der Moderation der NDR-Lady Renate Harrington im Studio von NDR-info und stellten sich den Fragen der Zuhörer. Gleich zu Beginn kündigte Harrington an, dass es heute nicht um gesundheitspolitische Fragen gehe, dafür sei eine zweite Sendung geplant. Die Sendung entwickelte sich nach einer längeren Diskussion im Studio zwischen den Beteiligten noch sehr bunt als die ersten Anrufer durchgestellt wurden.

Als Gesprächspartner saßen D.M.D. Henner Bunke aus Wietze, Dieter Walter aus Halstenbek und Dr./RO Eric Banthien aus Hamburg im Studio. Die Sendung startete mit einem Einspieler, in dem verschiedene Passanten erklärten, wie wichtig ihnen die Zahngesundheit ist.

In einer ersten Gesprächsrunde nahm Dr./RO Banthien Stellung, ob er heute mehr Zahnarzt oder Budgetmanager sei. Walter und D.M.D. Bunke wurden gefragt, wie interessiert ihre Patienten an der Prophylaxe seien. Dann ging es um Neuerungen in der Zahnmedizin. Dominante Neuerungen seien nach Walter die Einführung der adhäsiven Technik. So sei es heute möglich, nicht mehr wie früher mit Amalgam ein großes Loch zu füllen, der Zahnarzt könne nun sehr minimalinvasiv arbeiten. Dr./RO Banthien stellte fest, dass sich Implantate in den letzten Jahren eines großen Zuspruchs durch die Patienten erfreuen. D.M.D. Bunke wurde gefragt, ob die Laserbehandlung nur der „Verkaufsschlager in den Medien“ sei. Es werden nach seinen Ausführungen immer wieder Neuerungen kreiert, die seien aber nicht überall einsetzbar, beispielweise nicht geeignet in der Präparation von Kronen und Brücken. Der Zahnarzt könne mit einem Laser dagegen gut in der PAR arbeiten und auch Wurzelkanäle aufbereiten. „Der Laser ersetzt nicht andere Behandlungsmethoden“, fasste Harrington zusammen.

Walter nahm dann zum Thema Füllungsmaterialien Stellung. Was weiß man über die Kunststoffe? fragte Harrington. Dr./RO Banthien erläuterte Hilfsmittel zur kompletteren Zahnpflege wie Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten. Er warnte vor Zahnputzdefekten beim Putzen und erwähnte seine Patenschaft für einen Kindergarten, die er vom Vater übernommen habe. Die Zahnärzte definierten dann, was alles bei einer PZR passiert, wie sie kostet und dass sie nicht die tägliche eigene Pflege ersetzt. Tenor: Die PZR ist für jeden Erwachsenen sinnvoll.

Der erste Anrufer wurde nach knapp einer halben Stunde durchgestellt. Es ging um eine alte Versorgung mit „Zahnkrönchen“ für 14.000 Mark. Die Meinung von Walter dazu war: Das ist eine gute aber aufwendige Lösung. Harrington wies danach auf Bonusheft, Fristen und Zuschüsse hin. Walter erklärte, was der prozentuale Zuschuss in der Realität bedeutet. Eine Anruferin fragte, warum sie nach einer PAR-Behandlung weiterhin bei allen Kontrollen noch Zahnstein habe. D.M.D. Bunke und Dr./RO Banthien motivierten zur häuslichen Pflege und Professionellen Zahnreinigung, die die Patienten nicht machen lässt. Eine dritte Anruferin outet sich als 80-jährige Frau, die noch viele eigene Zähne hat nun aber darüber klagte, dass die Zähne immer kürzer werden. Dr./RO Banthien äußerte sein Problem, dass es hier schwer sei, eine Ferndiagnose zu betreiben. Ein weiterer Anrufer (62) hinterfragte die elektrische Zahnpflege, von der er nichts halte. Nun klagt er auch über Zahnstein.

Dann riss Harrington das Thema Zahnersatz an. In der Implantologie habe sich viel getan. Vor 20 Jahren habe man eine Versorgung zum Preis eines Mittelklassewagens erhalten. Walter erklärte, dass Implantate heute bezahlbar seien, da Materialien und größere Mengen zu günstigeren Preisen geführt hätten. Dr./RO Banthien und D.M.D. Bunke erläuterten, wie Implantate gesetzt werden und welche Möglichkeiten der Pfeilervermehrung der Zahnarzt dadurch habe. Das sei ein schöner, neuer Weg mit einer hohen Erfolgsrate, allerdings müsse genügend Knochen vorhanden sein.

Eine weitere Anruferin berichtete von dem Vorhaben ihres Zahnarztes einer Gebiss-Rundumsanierung, wobei sie keinerlei Beschwerden habe. Walter hinterfragte die Situation im Mund und erläuterte Gründe, was den Kollegen zu dieser Einschätzung gebracht habe kann. Die Patientin ergänzte, dass ein Knochenaufbau gemacht werden müsse. Walter stellte fest, dass es immer mehrere Wege zum Ziel gebe und ermunterte die Patientin, sich die Planung noch einmal vom eigenen Zahnarzt erklären zu lassen oder eine zweite Meinung einzuholen.

Eine Anruferin von 85 Jahren stellte fest, dass sie noch alle Zähne habe und ein Implantat. Nun klagte sie darüber, dass die Zahnzwischenräume größer werden, obwohl sie mit Zahnzwischenraumbürstchen putze. Walter stellte fest, dass dies altersnormal und wohl nicht zu vermeiden sei. Die Patientin solle mit größeren Bürstchen arbeiten.

Harrington sprach das Thema Auslands-Zahnersatz an. Dr./RO Banthien warnte vor einer Rundumsanierung im Ausland, schon weil eine Reklamation beispielweise in Ungarn nur vor Ort möglich sei. Der Patient benötige immer den Service und die Ansprechpartner vor Ort. Walter stimmte dem zu und meinte, dass die Behandlung im Ausland keinen Sinn mache. D.M.D. Bunke stellte zu Zahnersatz aus Fernost fest, dass die Nachbesserung problematisch sei. Neben der Gewährleistung sei nach Walter auch die enge Zusammenarbeit von Zahnarzt und Zahntechniker wichtig für den Erfolg der Rekonstruktion.

Harrington thematisierte neue Techniken, computergesteuert Zahnersatz herzustellen. Walter erläuterte das Verfahren, wie ein Einzelzahn mit einem CAD-Verfahren hergestellt wird. Er lobte insbesondere den Randschluss dieser Kronen, die nach seinen Ausführungen inzwischen immer besser würden.

Renate Harrington moderierte ab und wünschte den Zuhörern „allzeit guten Biss.“

Die Sendung lief am Donnerstag, 24. September, von 21.05 bis 22 Uhr auf NDR-Info.

Quelle: Hamburger Zahnärzteblatt, Ausgabe 10-2009

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Die Gesprächspartner am Radio-Telefon

Gastgeberin Renate Harrington
Dr./RO Eric Banthien
D.M.D. Henner Bunke
Dieter Walter

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