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LAJH seit 30 Jahren in Hamburg aktiv

Mit einer Fortbildungsveranstaltung feierte die LAJH am 30. September ihr 30-jähriges Bestehen. Neben Prophylaxe-Themen standen drei Tage nach der Bundestagswahl auch politische Fragestellungen in den Statements im Mittelpunkt. Die über 150 Teilnehmer in den Räumlichkeiten der Techniker Krankenkasse erlebten einen fachlichen wie emotionalen Nachmittag.

Angelika Schwabe, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg, begrüßte die Gäste in ihrem Hause. Sie stellte fest, dass es die Kariesbakterien durch die Arbeit der LAJH immer schwerer in den Mündern der Hamburger Kinder haben: „Die Zahngesundheit von Kindern in Hamburg hat sich in den letzten Jahrzehnten in allen untersuchten Altersgruppen nicht zuletzt durch Ihre Aktivitäten sehr verbessert.“ Und weiter: „Die Landesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Jugendzahnpflege ist eine einzigartige, gut funktionierende Gemeinschaftsaktion der Hamburger Zahnärzte, der Hamburger Krankenkassen und der Freien und Hansestadt Hamburg. Alle Beteiligten zeigen seit 30 Jahren, dass sie bei der Prävention von Zahnerkrankungen bei Kindern in Hamburg gut und effektiv zusammenarbeiten. Und dies ohne bürokratische Regelungen des Gesetzgebers. Das ist nicht selbstverständlich und ich denke, wir können darauf ein wenig stolz sein.“

Die Teilnehmer erlebten dann in einem Schnelldurchgang, wo die LAJH heute steht und welche Aktivitäten sie in Kindergärten und Schulen entfaltet.

Im Hauptvortrag spannte Prof. Dr. Ulrich Schiffner (UKE) einen breiten Bogen von historischen Bemühungen um die Zahngesundheit über aktuelle Strategien der Kariesprävention bis hin zu futuristischen Ansätzen, die Kariesbakterien mit diversen Verfahren klein zu halten. Vielen der mit hohem wissenschaftlichen Getöse verbreiteten Ideen, Karies zukünftig zu verhindern, sei bislang jedoch kein praktischer Durchbruch gefolgt. So rief Prof. Schiffner dazu auf, mit den bekannten Methoden weiter bei den Kindern aktiv zu bleiben. Er verdeutlichte, dass ein über Jahre gesehen immer kleiner werdender Teil der Kinder die Hauptlast der Karies im Munde trägt. Ein Schwerpunkt künftiger Betreuungskonzepte müsse darin liegen, diese Kinder früher und zuverlässiger mit Präventionsmaßnahmen zu erreichen. Er klagte darüber, dass es in den letzten Jahren vermehrt Anzeichen dafür gibt, dass die Saugerflasche wieder mehr von den Eltern verwendet wird.

Prof. Dr. Wolfgang Sprekels resümierte daran anschließend, welchen hervorragenden Stellenwert die LAJH über 30 Jahre in der Hansestadt gewonnen habe, weil die Arbeit erfolgreich und gut sei. Er bedankte sich als Vorsitzender der LAJH bei Patenzahnärzten und deren Praxismitarbeiterinnen, Schulzahnärzten und deren Teams wie auch bei den Mitarbeiterinnen der LAJH für deren schwierige tägliche Arbeit in Kindergärten und Schulen. Durch die aktuell laufende heftige öffentliche Diskussion über Personen und Inhalte der künftigen Gesundheitspolitik fühlte er sich lebhaft gedrängt, auch als Kammerpräsident seine Vorstellungen zu diesem Thema darzulegen.

Günter Ploß, LAJH-Vize und Landeschef des vdek in Hamburg, äußerte danach seine teilweise abweichenden Vorstellungen von der künftigen Gesundheitspolitik. Er nahm Stellung zum Gesundheitsfonds und zur Finanzierung des Gesundheitswesens wie auch zur einzigartigen Rolle der LAJH im Kapitel Gesundheitsaufklärung in Hamburger Schulen. Ob ein Präventionsgesetz kommen werde, wollte er nicht mit Bestimmtheit vorhersagen, wenn es kommt, müsse es nach seinen Ausführungen aber anders definiert werden als die diversen Entwürfe aus der vergangenen Legislaturperiode. Dann könne ein Präventionsgesetz über die Arbeit der LAJH hinaus auch fruchtbare Akzente im Sinne einer umfassenden Gesundheitsförderung der Kinder setzen.

Dann wäre nach dem Programm ein Schlusswort fällig gewesen. Dafür ging Prof. Dr. Sprekels ans Rednerpult, kündigte aber an, dass er noch einen besonderen Punkt vorzutragen habe. Er zeichnete mit sehr persönlichen Worten Prof. Dr. Hans-Jürgen Gülzow, UKE, für seine Verdienste um die wissenschaftliche Begleitung der LAJH über rund 30 Jahre mit der Ehrenmitgliedschaft der LAJH aus. Diese Geste überraschte Prof. Gülzow und traf offenbar ins Schwarze, denn Prof. Gülzow wurde mit einer Stehenden Ovation des ganzen Publikums geehrt. Das war dann der gelungene Abschluss einer etwas ungewöhnlichen Fortbildungsveranstaltung der LAJH.

Quelle: Hamburger Zahnärzteblatt, Ausgabe 10-2009

Der Veranstaltungssaal

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Die vortragenden Personen

Angelika Schwabe, Chefin der TK-Hamburg
Prof. Dr. Ulrich Schiffner (UKE)
Prof. Sprekels (rechts) mit Gerd Eisentraut (LAJH)
Günter Ploß (vdek)
Prof Gülzow (links) und Prof. Sprekels

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