8700 Kurz-Curriculum Implantologie/Parodontologie
Einleitung
Beginnend im Frühjahr 2012 bietet die Zahnärztekammer Hamburg erstmalig ein Kurz-Curriculum Implantologie/Parodontologie an. Das Curriculum umfasst vier Kurseinheiten mit praktischen Übungsanteilen. Die Kurse dienen dem Ziel, den Zahnärzten eine Aktualisierung und Vertiefung ihrer Kenntnisse in den Fachgebieten zu ermöglichen.
Das Kurz-Curriculum ist explizit für den erfahrenen Implantologen und Parodontologen konzipiert.
An dieser Fortbildung können 16 Kolleginnen und Kollegen teilnehmen. Im Rahmen der praktischen Übungen steht für jeden Teilnehmer ein Arbeitsplatz im Phantomsaal zur Verfügung. Die Zahnärztekammer stellt Vergrößerungsgeräte, Tierpräparate und ggf. entsprechendes Verbrauchsmaterial. Unabhängig davon erhalten Sie mit der Einladung zu den Kurseinheiten eine Materialliste, die von Ihnen mitzubringende Instrumente und Materialien beinhaltet. Die Gebühr beträgt 2.950,00 Euro und ist grundsätzlich bis zum Beginn der Fortbildung zu zahlen. Individuelle Absprachen über den Zahlungsmodus sind möglich.
Die Kurseinheiten finden an zwei Tagen – Freitag und Samstag – in den Räumen des Fortbildungsinstituts, Möllner Landstraße 31, 22111 Hamburg, statt. Am Samstag bieten wir Ihnen in der Mittagspause einen Imbiss an.
Die erfolgreiche Absolvierung der Kurse wird den Teilnehmern durch ein qualifiziertes Zertifikat der Zahnärztekammer Hamburg bestätigt. Dieses Zertifikat wird die erworbene Anzahl von 56 Punkten, entsprechend 4 ECTS-Punkte, ausweisen.
Geschäftsbedingungen
Die Anmeldung zur Teilnahme am Kurz-Curriculum muss schriftlich erfolgen. Die Zulassung erfolgt in der Reihenfolge des Anmeldeeinganges. Ihre Anmeldung richten Sie bitte an die Zahnärztekammer Hamburg, Abteilung Fortbildung, Möllner Landstraße 31, 22111 Hamburg. Wir bitten Sie, die Kursnummer 8700 auf der Anmeldung anzugeben.
Nach Eingang der Kursanmeldung erhalten Sie eine schriftliche Bestätigung und eine Rechnung über die Höhe der Kursgebühr.
Nach Zugang der Kursanmeldung bei der Zahnärztekammer Hamburg ist die Anmeldung für den Teilnehmer für alle vier Kurseinheiten verbindlich. Für die Zahnärztekammer Hamburg tritt die Verbindlichkeit mit dem Eingang der Gebühr ein.
Ohne Angaben von Gründen können Sie bis acht Wochen vor Kursbeginn kostenfrei zurücktreten. Die Abmeldung muss schriftlich erfolgen. Bei einer Abmeldung ab acht Wochen oder weniger vor Kursbeginn verfällt die Gebühr, es sei denn, es kann ein Ersatzteilnehmer gefunden werden.
Bei Verhinderung eines Referenten aus wichtigem Grund behalten wir uns vor, eine angekündigte Kurseinheit abzusagen und auf einen früheren respektive späteren Termin zu verlegen.
Mit der Anmeldung bestätigt der Kursteilnehmer die Anerkennung dieser Geschäftsbedingungen für das Kurz-Curriculum der Zahnärztekammer Hamburg.
Ausschließlicher Gerichtsstand ist Hamburg.
Kurse
Kursabschnitt I
Termine:
Freitag, 24.02.2012, 14:00-19:00 Uhr
Samstag, 25.02.2012, 09:00-15:00 Uhr
Prof. Dr. Thomas Weischer, Essen
Erhöhung der Behandlungssicherheit in der Implantologie –
Tipps und Tricks in Theorie und Praxis zum Erkennen, Lösen und Vorbeugen von Komplikationen
Komplikationen in der Implantologie führen zu unzufriedenen Patienten und häufig zu juristischen Auseinandersetzungen. Für den Implantologen ist es deshalb ernorm wichtig, Risiken frühzeitig zu erkennen, Komplikationen adäquat zu lösen und komplikationsvorbeugend zu behandeln. Kenntnisse im Komplikationsmanagement bedeuten zwangsläufig eine Erhöhung der Behandlungssicherheit. Ziel des Kurses soll es deshalb sein, Tipps und Tricks in Theorie und Praxis zum Erkennen, Lösen und Vorbeugen von Komplikationen zu vermitteln.
Erkennen von Risikofaktoren
Bewertung der digitalen Röntgendiagnostik
Komplikationen (allgemeine, chirurgische, prothetische, entzündliche) und Lösungen
Bewertung des Implantatstatus
Medikamentöse Begleittherapie
Vermeidung von Komplikationen
Forensik/Aufklärung
Praktische Übungen am Schweinekiefer
Kursabschnitt II
Termine:
Freitag, 30.03.2012, 14:00-18:00 Uhr
Samstag, 31.03.2012, 09:00-17:00 Uhr
Dr. Gerd Körner, Bielefeld
Dr. Arndt Happe, Münster
Chirurgisches und restauratives Weichegewebsmanagement im peri-implantären Interface
Nach Zahnverlust durch Trauma, tiefer Zerstörung oder als Folge einer parodontalen Erkrankung kommt es unweigerlich zu alveolären Um- und Abbauprozessen, die speziell auch die weichgewebige Situation bei einer geplanten Implantation kompromittieren. Grundsätzlich ermöglichen mikrochirurgische Methoden der plastischen Parodontalchirurgie und der Augmentationschirurgie die Rekonstruktion von Kammdefekten, die Korrektur des gingivalen Verlaufs und die Papillenrekonstruktion an Implantaten und natürlichen Pfeilern. Aber gerade das gezielte Weichgewebsmanagement im peri-implantären Interface ist eine kritische Stellgröße, die einer genauen Analyse bedarf, um biologisch eine stabile Endsituation zu erreichen. Neben der chirurgischen Intervention spielt dabei zunehmend die restaurative Gestaltung der Abutments und der keramischen Suprakonstruktionen eine entscheidende Rolle, um die oralen Gewebe und die natürliche Dentition so zu kopieren, dass sie nicht von den Nachbarstrukturen zu unterscheiden sind. Im Rahmen dieses Moduls werden erprobte, zeitgemäße Konzepte für die ästhetische Versorgung von anspruchsvollen Patienten vorgestellt und in die aktuelle Literatur eingebettet.
Schwerpunkte:
Analyse des alveolären Abbaus und möglicher Kompensationen
Mikrostruktureller Vergleich der parodontalen und periimplantären Situationen im Interface
Rekonstruktion von Kieferkammdefekten
- Abgestimmte weichgewebige Vorbereitungen durch mikrochirurgische Intervention
- Zeitpunkt der Implantation
- Provisorische Versorgungen zur Erarbeitung vom Ästhetik und Funktion
- Abutment- Auswahl: Material, Design, etc.
- Vollkeramische Versorgung von Implantaten
- Ästhetische Risikofaktoren in der Implantologie
Kursabschnitt III
Termine:
Freitag, 19.10.2012, 14:00-18:00 Uhr
Samstag, 20.10.2012, 09:00-17:00 Uhr
Prof. Dr. Georg H. Nentwig, Frankfurt am Main
Implantologie: minimal invasiv – maximal effektiv
Regenerationsprozesse und Heilungserfolge bei chirurgischen Maßnahmen – also auch bei implantologischen und /oder augmentativen Eingriffen – werden stark von der Invasivität , und der Traumatisierung der beteiligten Gewebe beeinflusst. Aber auch die postoperativen Maßnahmen bestimmen den Heilungsverlauf und das langfristige Ergebnis.
Exakte Planung, atraumatische Techniken, optimale Unterstützung der Wundheilung einerseits und die Verbesserung und Anpassung der Gewebestrukturen – insbesondere der des Knochens – durch physiotherapeutische Maßnahmen
anderer-seits führen nachweisbar zu Verringerung der postoperativer Beschwerden und des Misserfolgsrisikos.
Ziel des Kurses ist es, gemeinsam Behandlungsstrategien bei einfachen und komplexen Ausgangssituationen mit o. g. Zielrichtung zu erarbeiten. Am Tierpräparat werden entsprechende OP-Techniken trainiert.
Kursabschnitt IV
Termine:
Freitag, 02.11.2012, 14:00-18:00 Uhr
Samstag, 03.11.2012, 09:00-17:00 Uhr
Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen, Bonn
OÄ Dr. Karin Jepsen, Bonn
Zahnerhalt oder Implantat bei fortgeschrittener Parodontitis
Bei Patienten mit fortgeschrittener Parodontitis steht der Behandler häufig vor der schwierigen Entscheidung, parodontal geschädigte Zähne zu erhalten oder aber diese zu ersetzen. Kann die Prognose dieser Zähne durch regenerative oder aber durch resektive Maßnahmen verbessert werden? Sollte ein furkationsbefallener Molar parodontal behandelt oder besser durch ein Implantat ersetzt werden? Ist die Langzeitprognose von Implantaten bei parodontitisanfälligen Patienten günstiger ist als die von Zähnen mit gesundem aber reduziertem parodontalen Stützgewebe? Lassen sich parodontal-chirurgische Therapiekonzepte auch auf Implantate mit Periimplantitis übertragen?
Ziel des Kurses ist es anhand von Behandlungsbeispielen, Evidenz aus klinischen Studien und Fallplanungen eine individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmte Entscheidungsfindung zu erleichtern. Parodontal-chirurgische Techniken werden in praktischen Übungen trainiert.
Referenten
Kurseinheit I
Prof. Dr. Thomas Weischer, Essen
Kurseinheit II
Dr. Gerd Körner, Bielefeld
Dr. Arndt Happe, Münster
Kurseinheit III
Prof. Dr. Georg H. Nentwig, Frankfurt am Main
Kurseinheit IV
Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen, Bonn
Dr. Karin Jepsen, Hamburg
