Ausbilderseminar für Praxismitarbeiterinnen
„Das war sooooo toll!“ Das hörte ich in meinem ersten Telefonat am Donnerstag in der Zahnärztekammer. So fange ich sehr gern meinen Arbeitstag an …
Worüber die Begeisterung? Am Mittwoch, 2. November 2011, fand in der Zahnärztekammer Hamburg ein Ausbilderseminar für die Praxismitarbeiterinnen statt. Für Ausbilder gab es ein eigenes Seminar bereits im Mai 2011 an der Berufsschule in Wilhelmsburg.
Dr. Thomas Einfeldt, Vorstandsmitglied der Zahnärztekammer Hamburg und Referent für den ZFA-Bereich, begrüßte die Teilnehmerinnen und ging zuerst auf die rechtlichen Grundlagen der Ausbildung ein. Denn wer liest schon gern in seiner Freizeit das Berufsbildungsgesetz oder beschäftigt sich mit den verschiedenen Ausschüssen der Zahnärztekammer Hamburg für die Ausbildung? Ich durfte im Anschluss einen pointierten Bericht aus der Ausbildungsberatung vortragen. Hier ging es nicht nur um das Führen und Ausbilden, das Vermitteln von sozialen Kompetenzen als Aufgabe der Ausbildungspraxis, sondern auch um die eigentliche Prüfung und die Vorstellung des neu gestalteten Berichtsheftes.
Nach einer kurzweiligen Pause, in der ein reger Austausch unter den Teilnehmerinnen stattfand, bestritt Dr. Einfeldt seinen zweiten Vortragsteil. Hier ging es vor allem um das Auswahlverfahren für einen zu vergebenden Ausbildungsplatz in der Praxis. Wie gestalte ich eine passende Anzeige im Gleichklang zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz? Wer passt überhaupt in mein Team und Praxisumfeld? Welche Qualifikationen sind mir wirklich wichtig? Es darf auch schon mal ein kleiner Mathetest im Vorstellungsgespräch sein. Es ist wichtig, sich im Vorfeld im Team klar zu werden, was wirklich gewünscht ist. Lieber einen Ausbildungsplatz unbesetzt lassen, als zu viele Kompromisse zu bilden. Aus Erfahrung werden diese Verträge frühzeitig wieder gelöst und bringen viel Unruhe in das Team. Hier sind in erster Linie die Mitarbeiterinnen gefordert und können die Praxisinhaber gut unterstützen. Dr. Einfeldt hob die Notwendigkeit der Berichtsheftführung hervor. Es ist Aufgabe des Ausbilders, mit der Auszubildenden das Berichtsheft zu führen. Das Erarbeiten darf delegiert werden, doch nach Überprüfung der Inhalte muss der/die Ausbilder/in unterschreiben. Mit dem neuen Heft wird es Spaß machen, und die „Unterschriften-arie“ wurde von 114 auf 20 Unterschriften reduziert.
Den Abschluss gestaltete Stefan Kurbjuhn, Studiendirektor und Abteilungsleiter AV-Dual an der Berufsschule in Wilhelmsburg, in einem eloquenten Vortrag. Gleich zu Beginn kam schon der Einwurf „Die Auszubildenden sind doch nur noch bei McDonald`s und Lehrer sind eh keine da“ ... In seinem Vortrag stellte der Berufsschullehrer das selbstorganisierte, individualisierte Lernen an der W4 vor. Alle Vorurteile konnten gut ausgeräumt werden. Ein großes „Aha“ und „habe ich noch nie so gesehen“ ging durch die Reihen, als die Kompetenzraster und das Logbuch, das jede Azubi in der Schule sofort erhält, vorgestellt wurde. Wenn sich die Ausbildungspraxis diese Unterlagen regelmäßig von ihrem Azubi vorlegen lässt, hat jede Ausbildungspraxis einen schnellen Überblick, wo Lücken sind, wie der aktuelle Wissensstand ist und wo unterstützend eingegriffen werden sollte. Gern stehen alle Lehrkräfte den Ausbildungspraxen für Rückfragen zur Verfügung. So konnte zumindest bei diesen Teilnehmerinnen ein Verständnis für die Selbstlernzeiten geweckt werden.
Fazit: Das war eine tolle Veranstaltung mit viel positivem Feedback. Sie wird 2012 für das Ausbilderteam auf jeden Fall wiederholt.
Bettina Schmalmack
Ausbildungsberaterin der
Zahnärztekammer Hamburg

- Dr. Thomas Einfeldt und Bettina Schmalmack

- Blick in den Vortragssaal


