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Kammer mal anders

Fünf Jahre existiert unser Stammtisch nun schon - und wir haben weiter gute Ideen, viele Teilnehmer und freuen uns über den Zuspruch unserer Kolleginnen und Kollegen.

Unter dem Motto „Kammer mal anders – Ihr fragt, wir antworten“ luden wir am 18.09.2019 in die apoBank ein. Gleich zwei Gründe haben uns zu diesem Thema bewegt. Zum einen stellen wir fest, dass wir gar nicht so genau wissen, was die Kammer tut und was sie für uns tut, zum anderen ist eine unserer 4 Stammtischgründerinnen, Dr. Kathleen Menzel, seit 8 Monaten im Vorstand der Kammer und sollte uns einmal berichten, was sie bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit erlebt.

Wer sich engagieren will, dem stehen die Türen offen, so die Botschaft unserer Kollegin. Sie schilderte, wie sie sich für die Aufgaben interessierte und darüber informierte, an Sitzungen als Gast teilnahm, erste eigene Sitzungen organisierte und schließlich in die Delegiertenversammlung der Kammer und von dieser in den Vorstand gewählt wurde. Wir finden es toll, wie engagiert sie ist. Nicht jeder kann und will so viel Engagement aufbringen, das muss er oder sie aber auch nicht, denn nicht jeder muss sich engagieren. Zudem gibt es viele Aufgaben, bei denen es nur 2 oder 3 Termine im Jahr gibt, die lange feststehen und die man sich einrichten kann. Wir bekamen vermittelt, dass diese Arbeit Spaß macht und der Blick über den Tellerrand zeigt, wie viele Themen für unsere Berufsausübung wichtig sind und welche Zusammenhänge es gibt. Deutlich wurde auch, dass Selbstverwaltung heißt, dass wir unsere eigenen Angelegenheiten selbst regeln können, es aber schwerer haben, unsere Auffassung dort durchzusetzen, wo wir auf Ministerien und Politik angewiesen sind.

Die Aufgaben der Kammer sind recht komplex und nicht mit einem einzigen Satz zu beschreiben, das wurde uns durch den Vortrag von Dr. Peter Kurz, Hauptgeschäftsführer der Zahnärztekammer, deutlich. Er zeigte uns anhand unserer täglichen Arbeit in der Praxis auf, was die Kammer für uns tut, ohne dass uns dies immer so präsent ist. Auch verhindert die Kammer vieles, von dem wir noch gar nicht wissen, dass es kommen und unsere Arbeit erschweren könnte. Wichtig war uns, dass wir den Eindruck gewinnen konnten, dass unsere Kammer unsere Interessen gut vertritt und wir auf sie vertrauen können.

„Der Patient kommt zu Ihnen, weil er weiß, dass er bei Ihnen in guten Händen ist und weil er davon ausgehen kann, ohne dass ihm dies unmittelbar bewusst sein muss, dass es Rahmenbedingungen gibt, an die sich der Zahnarzt halten muss und die ihn schützen“, so Dr. Kurz. Der Zahnarzt unterliegt der Berufsordnung und der Berufsaufsicht der Kammer. Und der Patient kann sich bei Fragen oder Problemen an die Patientenberatung wenden, GOZ-Liquidationen überprüfen lassen, sich einen Gutachter benennen lassen oder die Schlichtungsstelle anrufen – alles Aufgaben, die die Kammer für uns wahrnimmt.

Und wie würden wir in der Praxis arbeiten können ohne Mitarbeiter, die die Kammer mit viel Aufwand versucht für uns zu werben, deren Ausbildung sie begleitet und deren Prüfung zur ZFA sie durchführt. Wie wollen wir unseren Patienten PZR anbieten ohne Aufstiegsfortbildung zur ZMP und Prüfung durch die Kammer? Die Kammer verhindert auch, dass die Bürokratie nicht noch mehr überhand nimmt und stellt uns mit dem ZQMS ein praxisnahes System zur Verfügung, mit dem wir mit Richtlinien, Erläuterungen und Checklisten arbeiten können. Die Kammer bietet uns Fortbildungen vor Ort in Hamburg an und ist für die Weiterbildung zur Kieferorthopädie und Oralchirurgie zuständig. Unsere Anstellungsverträge sind von dem Justitiar der Kammer erstellt und berücksichtigen Interessen von Arbeitgeber und Angestellten gleichermaßen. Und bei Fragen zum Vertrag wie allen Fragen zu unserer Berufsausübung können wir uns an die Kammer wenden und beraten lassen. Zudem sind wir über die Kammermitgliedschaft Mitglied im Versorgungswerk. Und die Kammer vertritt unsere Interessen in Hamburg, Berlin und Brüssel.

Ich kenne es, dass nach solchen Vorträgen wenig oder keine Fragen kommen. Bei unserem Stammtisch war es erfreulich anders. Unsere Kollegen fragten etwa nach dem zeitlichen Aufwand für die ehrenamtliche Tätigkeit und die Vereinbarkeit mit der Praxis, den Möglichkeiten, selbst Einfluss zu nehmen, den Aufgaben von Kammer und KZV und zahnärztlichen Verbänden, der Weiterbildung Kieferorthopädie und Oralchirurgie und der Zulässigkeit von Aligner-Anbietern.

So wie der Abend eingeleitet wurde, klang er auch aus, bei guten Gesprächen mit netten Kolleginnen und Kollegen bei Fingerfood und Getränken, die uns die apoBank freundlicherweise einmal mehr offerierte.

Elisabeth Erpenbeck