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Neue Technik – TI hält Einzug in Hamburger Zahnarzt-Praxen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Diskussionen rund um die gematik-Besitzverhältnisse haben auch die Hamburger Zahnärzteschaft in den letzten Wochen tief bewegt.

Fakt ist: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) ist nun mit 51%  Mehrheitseigner. Das BMG – allen voran der zuständige Minister Jens Spahn – hat es zur Chefsache gemacht, die Digitalisierung bei Ärzten, Zahnärzten und Krankenhäusern mit Hochdruck voranzutreiben. Digitale Patientenakte und Co. sollen nun endlich auf den Weg gebracht werden – und beispielsweise die Arzt-Arzt-Kommunikation verbessern. Den Selbstverwaltungen wird hier bei der Ausgestaltung der digitalen Prozesse eine gewisse Bremswirkung nachgesagt. Zu Unrecht – wie ich finde. Ich meine, dass in einer angemessenen Art und Weise sehr wohl über Sinn und Zweck als auch Technologie nachgedacht werden muss. Und nichts weniger haben wir getan.

Fakt ist: Wir reden hier von hochsensiblen Behandlungsdaten – eben Gesundheitsdaten unserer Patienten. Diese Informationen in den falschen Händen oder falsch interpretiert – nicht auszudenken, welche Konsequenzen dies für Patienten und auch für behandelnde Zahnärzte haben könnten. Die Konzepte, die bislang vorliegen, wirken aus unserer Sicht eher unausgegoren. Wussten Sie, dass die Patienten jedes Mal eine Einverständniserklärung zum Abspeichern der Daten geben müssen? Es wird also aktuell eine mehr oder weniger ‚freiwillige, nicht auf Vollständigkeit‘ angelegte Akte werden.  Aus unserer Sicht muss hier genau nachgedacht werden – bevor hier über eine ‚Serienreife‘ entschieden wird. Und wir Zahnärzte verstehen uns hier auch nicht als Crash-Test-Dummies, um Anwendungen auf Herz- und Nieren im echten Praxis-Alltag zu testen.

Fakt ist: Die Digitalisierung in Form der Telematikinfrastruktur (TI)  hält in den Hamburger Zahnarztpraxen Einzug, das zeigen Ihre TI-Anmelde-Statistiken: 92 Prozent der Hamburger Zahnärzte sind oder werden angeschlossen. Damit nehmen wir aktuell  bundesweit eine Spitzenreiterrolle ein. Wir sind also bereit für die digitale Zukunft.

Aber: Wie sagte es doch der Chef eines Telekommunikationskonzerns sinngemäß? „Ein analoger ‚Mist‘-Prozess – wird auch digitalisiert nicht besser!“ Und genau deshalb werden wir – Ihre Standesvertretungen – der gematik auch genau bei der Ausführung auf die Finger gucken – egal, wie die Besitzverhältnisse nun sind.

Herzlichst Ihr,

Dr./RO Eric Banthien